Streetphotography Barcelona

November 20, 2018

Ich war unterwegs in Barcelona! Toll oder?

Die wunderschöne Stadt in Spanien war mir bisher eine Unbekannte.

Viel gehört und gelesen, aber nie dort gewesen. Umso größer war die Vorfreude 

auf meinen letzten Städtetrip für das Jahr 2018. Auf gehts mit dem Streetphotography Blog aus Barcelona!

 

Aufgepasst : ALLE Bilder aus Barcelona findet ihr unter folgendem Link.

 

https://www.christopher-reuter.com/street-barcelona

 

Im Blog sind nur vereinzelte Aufnahmen zu sehen und auf die Story abgestimmt.

 f 4,5 | 1/400s | ISO 640

 

Streetphotography Guide Barcelona - eine wahre Hilfe!

Barcelona ist groß, größer als Köln und ich werde 4 Tage Zeit haben, die coolsten Locations abzugehen. Ich mache mir daher zum wiederholten Male die super coole Seite www.shooterflies.com zu Nutze. Der Gute F.D Walker hat es sich zur Aufgabe gemacht über 100 Städte zu bereisen und Menschen wie mir einen Streetphotography Guide kostenlos zur Verfügung zu stellen. Absolut Genial! 

 

Zu Hause bereite ich mich vor und schaue welche Areas ich in jedem Fall Besuchen will und was ich auf keinen Fall sehen möchte. Wir haben Anfang November. Es ist kalt und in Barcelona sollen es zwischen 12 und 18 Grad werden. Zum Beach Barceloneta wird es mich daher wohl nicht ziehen, was sehr schade ist. Hätte ich gern gesehen.

 

Auf gehts mit Sack und Pack!

Dieses mal bin ich nicht mit meinem Kollegen unterwegs, sondern mit der ganzen Family.

Zum Verbleib der 4 Tage haben wir uns ein schickes Apartment angemietet, ein sehr schönes und

großes Apartment mit vielen Räumen zu einem super Preis. Einzigster Nachteil, wir müssen uns

die Tage selbst verpflegen von morgens bis Abends. Wirklich angenehm wird das nicht.

 

Nach einem recht schnellen und angenehmen Flug landen wir in Barcelona.

Wir schnappen uns das Gepäck und fahren mit dem Aerobus in Richtung Catalunya, was recht 

zentral in Barcelona liegt. Von da aus „versuchen“ wir uns ein Uber Taxi zu bestellen, was sich als

schwierig gestaltet. Wir rennen dem Taxifahrer knapp 50 Minuten hinterher, da er jedes mal wenn wir 

am vereinbarten Zielort ankommen, wieder weg fährt. Ich glaub der will uns mächtig verarschen.

 

 f5.6 | 1/400s | ISO 1250

 

Wir entscheiden uns zu Fuß zum Hotel zu gehen. Sind ja nur 3 Kilometer mit 3 Koffern, einem Kind und Kinderwagen. Dort angekommen, schleppen wir unsere jetzt schon müden Knochen plus Gepäck die Treppen hoch. Es geht in den 3.Stock. Welcome to Barcelona!

 

Endlich angekommen, erstmal ausruhen!

Wisst ihr was ich am reisen überhaupt nicht mag. Das Reisen halt!

Ich lege mich kurz ins Bett und gehe innerlich schonmal durch, was ich heute machen will.

Nämlich gar nichts! Inzwischen ist es fast 17.00 Uhr und das Licht scheint schon langsam zu verschwinden. Morgen ist auch noch ein Tag. Gute Nacht!

 

Tag 1 - alles auf Anfang!

Heute soll es dann endlich für mich losgehen. Ich habe am Abend zuvor schonmal das Kameraequipment zurecht gestutzt. Mit dabei habe ich 2 Vollformat Kameras, wie auch schon in Paris! Diese schweren auffälligen Klötze haben zwar eine gute Bildqualität, doch nach 14 Kilometern zu Fuß ist eine Nacken OP nötig. Warum habe ich nur die kleine Systemkamera verkauft!!?

 

Welcher Modus - Welche Einstellungen?

Eigentlich sind meine Einstellungen fast immer gleich. Ich bin im Halbautomatik Modus. Die Blende kann ich Manuel steuern. Belichtungszeit liegt zwischen einer 1/400 s und einer 1/800 Sekunde. Mit der ISO versuche ich immer im niedrigsten Bereich zu bleiben, was aber recht selten der Fall ist. Warum?

 

Macht mal den Selbst Test. Geht raus vor die Tür und beobachtet das Wetter. Es ist hell, die Sonne scheint. Also bestes Wetter für niedrige ISO Werte oder?

 

Jetzt geht mal in eine Straße rein. Rechts und Links sind Häuser. Die Sonne ist abgeschirmt: Obwohl also die Sonne scheint und kein Wölkchen am Himmel ist, schreit die Kamera nach Licht.

Der ein oder andere Streetfotograf wird die Problematik kennen, wenn man vom „Hellen“ ins „Dunkle“ geht und man vergessen hat die Kamera neu einzustellen.

 

Die Lösung ist den ISO Wert auf Automatik zu stellen, doch ich mag das überhaupt nicht.

Meine Kamera ist so eingestellt, dass sie bis höchstens ISO 2000 geht. Das macht sie dann auch konsequent und es schneit, wie zu besten Winterzeiten. Und das bei so einem teuren Ding. Lächerlich!

 

Doch genug Technik Geschwätze! Auf gehts in die Straßen von Barcelona.

 

 f8 | 1/800s | ISO 250

 

 f 8 | 1/400s | ISO 640

 

Du nix spanisch - du nix bedient!

Zur Stärkung am morgen geht es in die nächst gelegene Bäckerei. Lauter „gesunde“ Sachen gibt es hier an jeder Ecke. Weizenprodukte, neben süßen Weizenprodukten und zur Abwechslung noch Weizenprodukte. Panini, Croissant, Brot, und Baguette - ist für mich echt garnicht nett.

 

Angekommen in der Bäckerei sage ich: „I would like to have one Croissant please“.

Die Dame hinter der Theke hebt die ausgestreckte Hand, fuchtelt damit von links nach rechts.

 

Das ganze 20 cm von meinem Kopf entfernt. Sie ruft was auf spanisch und schimpft mit ihrer Kollegin

im Takt. Auf Deutsch hieß das ganze wahrscheinlich. Für dich scheiß Ausländer gibt es heute kein Croissant. Entweder du sprichst spanisch oder du machst ganz schnell den Abgang.

 

Wenn ich dieses Erlebnis nehme und in eine deutsche Bäckerei transportiere, hätte diese jetzt geschlossen und alle Mitarbeiter wären wegen wegen rechtem Gedankengut und ausländerfeindlichem Verhalten fristlos gefeuert. Das ganze mit anschließender Berichterstattung auf ZDF, RTL und ARD mit der Schlagzeile:

 

Wie viel Nazis braucht dieses Land!? Schwere Beleidigungen gegen Ausländer in deutscher Bäckerei! LOl! Ihr wisst schon was ich meine.... 

 

Ich gehe somit ohne Frühstück weiter und hole mir später was in einem Supermarkt. 

 

 f 7,1 | 1/400s | ISO 500

 

First things first.

Mit dabei habe ich einen Stadtplan und meine Karten App, die wirklich genial ist. Mit diesem Ding kann man sich nicht verirren. Ich wandere herunter zur Diagonal Straße, eine Hauptstraße die sich quer durch Barcelona zieht. Von hier aus gehe ich weiter in Richtung Universität. Die Architektur erinnert mich stark an Paris. Irgendwie sieht es gleich aus, bis auf die Menschen, die weitaus normaler, wenn gar langweiliger auftreten. Es riecht nach leichter Arroganz und Unsicherheit. Schon von weitem sehen mich die Leute und geben mir mit ihren Blicken klare Zeichen, dass ich es besser bleiben lassen soll zu fotografieren. Nicht schlimm, kenne ich schon aus Deutschland. Die Paranoia scheint auch hier schon angekommen zu sein.

 

 f5,6 | 1/400 | ISO 320

 

Mit langsamen Schritten test ich mich jedoch ran und mache meine ersten Bilder. In solchen Fällen bietet es sich auch oft an, einfach irgendetwas zu fotografieren, um einfach in den Flow zu kommen. Meine Blog Leser wissen inzwischen wahrscheinlich wovon ich da rede.

 

Ich durchwandere noch einige Seitengassen und Plätze bevor ich wieder zurück zum Apartment gehe. Die ersten 12,6 KM zu Fuß stehen auf der Gesundheits App. Noch schnell ein 8cm großes Stückchen Pizza auf die Hand für 8 € und dann mit vollem Magen ins Bett. Morgen ist Tag 2.

 

La la la la la Rambla!

So oder so ähnlich heißt die lang gezogene, bekannte Meile die ein jeder Tourist auf dem Schirm hat, wenn er oder sie nach Barcelona reist. Hier tummeln sich eine Menge Leute und einen Markt, den La Boqueria gibt es auch. Einem verheißungsvollen Trip steht also an Tag 2 nichts mehr im Wege. Ich packe meine Sachen und ziehe recht früh los. Das Licht ist furchtbar und es zieht sich nach knapp 10 Minuten zu. Es regnet und ich könnte „brechen“.  Nachdem es sich nach zig Stunden ausgeregnet hat, gehe ich noch ein wenig weiter Richtung Arc de Triumph, wo ich fast alleine stehe. Dieses Wetter hat nicht nur mich abgeschreckt. Ich gehe wieder zurück und schmolle. Regen und schlechtes Licht. Das alles brauche ich nicht :-)  Weitere 10 KM sind auf dem „zu Fuß“ Tacho. 

 

 f 8 | 1/400s | ISO 2000

 

Tag 3 - La Rambla die 2.

Am 3. Tag möchte ich meinen gestrigen Trip in Richtung la Rambla fortsetzen. Das Wetter ist heute wenig besser und es droht sich wieder zu zuziehen. Erst spät verlasse ich das Apartment, als es ein wenig aufzieht. Für meine Art zu fotografieren brauche ich das Licht, viel Licht! Natürlich ist bei fast jedem Wetter was drin, doch ich bin und war noch nie der Typ für Fotowalks durchs Nasse und Kalte.

 

Angekommen an der La Rambla sehe ich zum ersten Mal viele Touristen. Es ist voll gepackt hier. Endlich mal „normale Leute!“ Hier sitzen auch einige ältere Menschen, die sich in der Sonne relaxen. Ich mag es ältere Menschen zu fotografieren. Die Gesichter erzählen mir so manche Geschichte im Gegensatz zu den heutigen Zombies, die blind über die Straße gehen. Wenn ich euch sage, dass ich in Barcelona ein Mädchen beobachtet habe, was mit ihrem Handy gegen eine Laterne gerannt ist, dann entspricht das nur der Wahrheit. Das einzigste was Schade war ist die Tatsache, dass ich es nicht schnell genug fotografieren konnte.

 

Der bekannte Markt „La Boqueria“ hat heute auch seine Pforten geöffnet. Ein wirklich kurioser, wenn nicht auch kleiner Markt. Hier kann man sich wirklich alles kaufen. Vom Schweinskopf bis zum Früchte Smoothie ist alles dabei. Für mich und die Kamera ist es hier jedoch extrem dunkel. Ich ziehe schon nach kurzer Zeit Richtung Barri Gotic weiter.

 

 f 8 | 1/640s | ISO 400

 

Barri Gotic - oder wie die Kölner sagen, de Altstadt!

Das Gotic Viertel ist geprägt von vielen engen Gassen und kleinen Läden. Wirklich schön anzuschauen. Wer auf Rathäuser, Kathedralen und alte Gebäude steht, der ist hier genau richtig. 

Für mich und meine Kamera ist es jedoch viel zu dunkel und ich ziehe weiter zurück in Richtung Apartment. Weitere 12,6 KM verbuchen sich auf das „Schrittometer.“

 

 

Tag 4 - Vila de Gracia - das Dorf in der Stadt.

Ganz in der Nähe unserer Unterkunft liegt das sehr charmante Vila de Garcia. Charmant deswegen, weil es in dieser Großstadt eher wie ein kleines Dorf wirkt, wenn man einen Schritt in dieses Viertel macht. Schöne Streetart und Farben soweit das Auge reicht. Fast schon ein wenig Palma feeling. Hier lande ich einige schöne Treffer und bin zum ersten Mal richtig begeistert. Das liegt nicht zuletzt am schönen Wetter, was ich an Tag 4 habe. Sonnenschein pur! Natürlich ziehen mich auch hier die älteren Anwohner an. Ich bin recht nah am Geschehen und kann gute Bilder sammeln.

 

 f 8 | 1/400s | ISO 250

 

Etwas höher gelegen ist der Park Güell, der einst vom bekannten Architekten Antoni Gaudi entworfen wurde. Die Aussicht von hier Oben ist in jedem Fall einen Aufstieg wert. Es sieht sogar so toll aus, dass ich ganz vergessen habe Fotos davon zu machen. Mein T-Shirt ist so nass, dass ich es auswringen könnte. Wenn ich dann wiederum im Schatten stehe, friere ich mir wiederum den A…ab. Wenn das mal keine Erkältung gibt. Komisches November Wetter.

 

 f 6,3 | 1/400s | ISO 100

 

Auf dem Rückweg nehme ich zum ersten Mal die Metro, die relativ einfach und günstig ist.

Für einen mehrtägigen Trip gibt es hier super metro Tickets, die man tagelang nutzen kann.

Trotz Metro sind weitere 10 KM auf dem „Wadenkrampf Tacho.“

 

f 11 | 1/800s | ISO 400 

 

Letzter Tag und die letzten Bilder.

Heute ist der letzte Tag und ich ziehe gemeinsam mit meiner Familie los. An Streetfotografie ist jetzt nicht mehr großartig zu denken. Ist auch nicht schlimm, weil ich genug gesehen habe. Ich zeige meiner Frau und meiner Tochter das Vila Garcia Viertel bevor wir zurück zum Flughafen fahren. Wir nehmen uns dieses Mal ein Taxi und nicht den Aerobus. 

 

Der Hals juckt und ich friere. Im Flugzeug ist mir klar was abgeht. Ich habe eine richtig fette Erkältung, die nun schon 8 Tage anhält. Während ich diesen Blog schreibe, huste ich mir die Eingeweide aus dem Hals.

 

In diesem Sinne, alles Gute und vielen Dank fürs Lesen.

Bis zum nächsten Mal,

 

Euer Christopher

 

 

 

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