Streetfotografie Deutschland - Der Terrorist mit der Kamera

October 9, 2018

Eingefleischte Streetfotografen wissen bestimmt schon anhand der Überschrift, worum es in diesem Blogartikel geht, oder? Das Gefühl auf deutschen Straßen mit der Kamera unterwegs zu sein, ist oftmals beklemmend und beängstigend. Welche Erfahrungen ich gesammelt habe und welche Erlebnisse ich nicht vergessen werde, erfahrt ihr genau JETZT! 

 

WARNUNG! Die Schimpfwörter und ironischen Textinhalte können zu Durchfall führen! 

 

Es ist nur eine Kamera - keine Sorge.

Die Überschrift scheint recht hart zu klingen, okay habe ich voll und ganz akzeptiert. Dennoch lasse ich sie stehen und werde auch darüber berichten, warum ich diese "Headline" gewählt habe. So mancher Trip durch deutsche Städte hat mir das Gefühl gegeben, als sei ich ein Terrorist, der mit seiner Machete auf sein nächstes Opfer lauert. Dabei habe ich im schlimmsten Fall nur meine kleine, unschuldige Kamera dabei. Das beste ist, das es auch garnicht weh tut, wenn ich den Auslöser drücke.

 

Scherz beiseite, ich bin fast 1,90 m groß, habe einen Vollbart und viele Tattoos. Somit bin ich nicht unauffällig und dennoch macht es mich nicht zu einem gefährlichen Straftäter. Meinen Mitmenschen begegne ich mit höchstem Respekt, bin freundlich und zuvorkommend. Umso mehr verstehe ich die Reaktionen vieler Leute nicht, die wohl nicht richtig gefrühstückt haben oder zu oft frontal gegen die Wand gerannt sind. Wahrscheinlich haben sie aber nur zu viele Nachrichten geschaut, was weitaus schlimmer für das Gehirn ist.

 

Zwischen Verständnis und dem Paradoxen

Das wir Menschen tagtäglich von Überwachungskameras gefilmt werden, die in brenzlichen Situationen aber nie was aufnehmen, ist völlig ok. Das unsere Radios, Fernsehgeräte oder das Spielzeug des Kindes unsere privaten Dialoge aufzeichnen, macht auch nichts. Aber wehe es kommt der Straßenfotograf mit seiner Kamera.....dann aber! Ja der Mensch ist so unfassbar paradox, dass es wirklich weh tut. Ich muss gestehen, dass ich lieber ein schönes Straßenportrait von mir hätte, als das die "Stasi" weis, wie mein Morgenstuhlgang aussieht. Das alles ist aber natürlich Ansichtssache. :-)

 

Viel zu oft versuche ich mir die Frage zu beantworten, was denn die Menschen da draußen denken. Warum hat der ein Bild von mir gemacht? Lädt er das jetzt etwa ins Internet hoch? Wird er dadurch zum Multimillionär und ich kriege nichts davon ab? Man darf mich doch garnicht fotografieren usw und so fort! 

 

Ich habe für gewisse Ängste Verständnis. Jeder von uns hat sein Kopfkino. Manche mehr und manche weniger. Würde ich auf der Straße gerne fotografiert werden? JA, NEIN und VIELLEICHT. Es liegt wohl ganz an der Situation. In jedem Fall würde ich nicht so reagieren, wie ich es schon so manches Mal selbst erfahren musste.

 

Konfrontation für 1 Cent.

Es ist mir schon so einiges passiert, was wirklich kurios ist. Angefangen von Drohungen mich umzubringen, bis hin zu Beschimpfungen und leichter körperlicher Gewalt. Wenn ich euch sage, das ich in manchen dieser Fälle überhaupt niemanden fotografiert habe, dann ist es nur die Wahrheit.

 

Einmal im Ferienlager ääähh sorry im Kölner Außenbezirk, hat mir ein aufgebrachter Mob von wie nennt man die noch gleich. Achso, Akademiker und Hoffnungsträger für Deutschland, lautstark und agressiv gedroht, weil ich ein Loch in einer Wand fotografieren wollte. Die 3 Männer mussten sich gegenseitig davon abhalten, mir auf die Schnauze zu hauen. Eine absolut krasse Situation, die ich wohl so schnell nicht wieder vergessen werde.

 

Ein anderes Mal, hat mir ein aufgebrachter Ehemann die Kamera von der Schulter gerissen, weil ich seine Frau fotografiert habe. Dachte er zumindest! Denken und Wissen liegt sehr oft weit auseinander, wie wir es in unserer Gesellschaft sehr häufig erleben dürfen.

 

Etwas harmloser ging es zu, als ich mit einem freundlichen Lächeln auf jemanden zuging und ihm meine Hand reichen wollte. Ich sagte: "Hallo mein Name ist Christopher Reuter, ich bin".....er unterbrach mit den Worten: "Halt dein Maul und verpiss dich du Arschloch!"  

 

Noch vor kurzem fragte mich ein Mann, der auf einer Treppe saß nach einer Zigarette. Freundlich wie ich bin, habe ich ihm diese auch gegeben. Der Mann hatte einen Hut, lange graue Haare, einen langen grauen Bart und eine Sonnenbrille auf. Etwa wie Gandalf der Weise, nur ohne Gewandt. Ich stellte mich dem Mann vor, kniete herunter auf seine Höhe und sagte ihm, dass ich gerne tolle Persönlichkeiten fotografiere. Danach fragte ich, ob ich ein Portrait von ihm machen darf. Gerne würde ich es ihm auch zukommen lassen. Mit meiner geschenkten Zigarette im Mund sagte er, dass er nichts davon wissen will und nicht mit mir diskutieren will. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich weder eine Diskussion angefangen oder sonst noch etwas getan, was so eine Reaktion herbeirufen könnte. Ich habe rein gar nichts als Gegenleistung für die geschenkte Zigarette verlangt. Mit dieser Reaktion als Dank hätte ich dennoch nicht gerechnet. Diese Situationen erlebe ich sehr häufig und fast ausschließlich hier in Deutschland.

 

Keine Lust mehr. 

Inzwischen bin ich mehr als müde. Ich bin müde steht diese unterschiedlich negativen Reaktionen zu kassieren. Somit ist es für mich jedes Mal ein Segen, in ein anderes Land zu reisen. Mit einer einzigen Ausnahme habe ich in anderen Ländern nie etwas vergleichbares erlebt. 

 

Guter Rat ist teuer.

Was also tun in solchen Situationen? Dieser Blog ist weniger als Ratgeber gedacht. Dennoch sage ich euch als Tip, immer freundlich und ruhig zu bleiben. Wenn es überhaupt nicht möglich ist einen Dialog anzufangen, dann seit euch sicher, dass ihr im Recht seit. Niemand darf euch drohen oder euch gar anfassen! Die Kamera hat einen Lösch Knopf mit dem man Bilder entfernen kann. Das ist die einfachste Art eine Konfrontation zu lösen, wenn eine Person so garnicht damit einverstanden ist, dass sie auf dem Bild gelandet ist. Ende aus, fertig!

 

Reportage und Journalismus.

Ich werde auch weiterhin das Leben auf den Straßen dokumentieren. So wie es auch Fotografen tun, die in weitaus gefährlichere Gebiet reisen, um das Geschehen auf der Welt bildlich festzuhalten. Die Streetfotografie ist nichts anderes als künstlerischer Fotojournalismus, der es verdient respektiert zu werden! Wir sehen uns auf der Straße! Der Terrorist mit der Kamera.....

 

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Ich freue mich, wenn ihr mir auf meinen sozialen Kanälen folgt.

 

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