Streetfotografie Marrakech - Mission Impossible

June 19, 2015

Streetfotografie in Marrakesch

In welche Stadt wollen wir als nächstes? Istanbul oder Marrakech? Ich habe gehört das beide Städte absolut genial und ein El Dorado für Fotografen sind.

 

Mit der Frage hat es vor einiger Zeit begonnen, als wir geplant haben unseren nächsten Städtetrip zu machen. Wir haben uns dann für Marrakech, dem Traum von 1000 und einer Nacht entschieden. Viel Kultur, viele Farben, Sonnenschein und freundliche Menschen, die uns die tollen Köstlichkeiten Afrikas näher bringen. Das kann also nur gut werden! Auf gehts nach Marrakech!! Mit dabei ist mein Kollege und geschätzter Kumpel Thommy.

 

Streetfotografie - Marrakech - Mission Impossible

Leute ich sage euch eins. Ich habe wirklich sehr lange überlegt, ob ich irgendwann einen Blog über den Trip nach Marrakech schreiben soll. Inzwischen ist viel Zeit vergangene und ich kann auf die Reise mit gutem Abstand zurückblicken. Letztendlich ist es nur eine Erfahrung und zwar meine Erfahrung, die ich euch hier mitteilen möchte. Mein Bericht muss in keinem Fall die Allgemeinheit wiederspiegeln. Dieser Beitrag schildert eine Reise, die auf Streetfotografie ausgelegt war und daher nicht vergleichbar mit einem "normalen" Städtetrip ist.

 

Dennoch ist dieser Blog zu 100 % Wahr und schildert detaillierte Ereignisse, die sich genauso begeben haben. In der Streetfotografie geht es darum, möglichst nah am Geschehen zu sein und auch mal da hinzugehen wo es weh tut. Also macht euch frei und besucht diese wundervolle Stadt, egal was ihr gleich lesen werdet.

Mit guten Gedanken im Gepäck

Abflug in Köln/Bonn. Hier in Deutschland ist es kalt, sehr kalt. Um genauer zu sein frieren wir uns den Arsch ab. Thommy und ich haben dicke Jacken an und schlottern früh morgens vom Parklatz Richtung Abflug Terminal. Bin ich froh gleich in einem Land auszusteigen, indem das ganze Jahr über die Sonne scheint. Kaum zu glauben das wir in rund 4 Stunden in AFRIKA sind! Im Flieger der typische Ryan Air Wahnsinn.

 

Keine Getränke, keine Beinfreiheit. Nur mit den Füßen hinterm Kopf bekomme ich genug Platz. Gut das der Flug nicht so lange dauert. Qualität hat halt ihren Preis. Also ist da nicht viel zu erwarten. Scheiß egal, gleich sind wir in Marrakech! Nach kurzer Zeit landen wir schon. Die Tür geht auf und die Sonne hämmert uns ins Gesicht. Welcome to Afrika!

Die Winterjacke ist jetzt nicht mehr zu gebrauchen. Reine Platzverschwendung für den kleinen Koffer. Wenn Männer reisen, müssen 2 Unterhosen und ein paar Socken ausreichen :-)

 

Erste Eindrücke. Wir sind im El Dorado!

Auf dem Weg zum Riad (Hotel) haben wir die ersten Eindrücke. Ich schaue Thommy an und sage voller Vorfreude: Alter Falter wir werden hier 10.000 Bilder schießen! Alles ist bunt, Wüste, Gebirge, alte Häuser, Kinder auf Motorrädern ( ohne Helm ). Heftig, so was habe ich noch nie gesehen! Unser Fahrer steuert in Richtung Destination. Wir fahren durch Gassen, die so breit sind, wie mein Arsch zu Weihnachten. Von Vorne, Hinten, Rechts und Links scheppern Mottoräder und Roller vorbei, die so verkehrsuntauglich sind, dass sie wahrscheinlich mit reinem Alkohol statt Benzin fahren. Der Fahrer hat es wohl eilig, ansonsten kann ich mir nicht erklären, warum er mit 70 kmh, vorbei an kleinen Kindern, durch die Straßen scheppert.

 

Mit gebrochenem Englisch sagt er uns, dass wir angekommen sind. Wir stehen inmitten eines großen Platzes. Links eine große Moschee und 100 weitere Gassen, die alle einen Namen haben, außer dem Namen, der die Straße unseres Riads trägt. Lost in Marrakech!

Wir schlurfen mit unserem Kleingepäck los und machen uns auf die Suche. Wir gehen vorbei an kleinen „Läden“, Ständen, Kiosken und Werkstätten. Ich möchte gerne fotografieren, aber ich bin gehemmt und traue mich nicht. Irgendwie fühlt sich das komisch an. Dieses Gefühl sollte in den nächsten 4 Tagen noch stärker werden.

Unsere feinen Näschen sind mit dem Smog in der Luft total überfordert. Jeder Atemzug ist vergleichbar, mit einem Zug an einer Zigarre. Die Gassen sind voll mit Menschen. Sie stehen oder sitzen an den Hauswänden. An einer Ecke baut sich gerade ein Mann seinen Verkaufsstand auf, der aus einer Packung Zigaretten besteht, die einzeln verkauft werden. Die Frauen sind verschleiert und wir können meist nur ihre Augen sehen. Nach 20 Minuten hin und her laufen, sind wir immer noch nicht am Ziel. Doch dann kommt die langersehnte „ Hilfe “.

Der Retter mit viel Not 

Ein Mann taucht plötzlich auf und fragt uns wie wir heißen und woher wir herkommen.

Er sagt uns, dass er den Weg zu unserem Riad kennt. Komisch ist nur, dass er das sagt, obwohl wir ihm noch nicht den Straßennamen genannt haben. Nicht nur die Stadt ist der Hammer, auch übersinnliche Menschen leben hier! Ein echtes Naturtalent.

Er führt uns durch weitere Gassen, die gefühlt nicht in die richtige Richtung gehen. Nach weiteren 10 Minuten haben wir das Ziel immer noch nicht erreicht. Die Situation wird zunehmend unangenehm, als wir bemerken, dass der freundliche Herr nicht mehr von unserer Seite weicht, nachdem wir ihm sagten, dass wir alleine weiter Suchen wollen.

 

Sackgasse! No way out!

Plötzlich geht alles schnell und wir sind am Riad angekommen. Die Gasse ist eine Sackgasse! No way out! Wir bedanken uns bei dem freundlichen „Reiseführer“ und wollen uns mit einem „kleinen“ Trinkgeld bedanken. Wir haben noch nicht die Zeit dafür gefunden, Geld zu wechseln. Wir haben also nur Euro. Wir geben ihm 3 €, was umgerechnet 32,7161 marrokanische Dirham sind. An dieser Stelle erspare ich es mir, zu erklären, wie viel Geld das für einen arbeitslosen Marokkaner ist.

Zu unserer Verblüffung winkt der Mann mit bösem Gesichtsausdruck ab. I want 20!! Wir schauen uns an und denken. Achso 20 Dirham! Der Mann ist bescheiden und wollte also nicht so viel Geld von uns. Wir erklären ihm, dass wir noch kein Geld gewechselt und daher noch keine Dirham haben. Wir können ihm daher nur Euros geben. Darauf folgte mit energischer, lauterer Stimme: Give me 20 Euro!

 

Fassungslos schauen Thommy und ich uns an. Wir wissen nicht was gerade passiert, als 2 weitere Typen, wie aus dem Nichts in die Gasse kommen und sich für den weiteren Ablauf und Geldtausch interessieren. Mir läuft der Schweiß die Stirn herunter, als wir bemerken das noch ein dritter Mann dazu kommt. Hinter uns eine Mauer, vor uns 4 Männer, die darauf bestehen 20 € zu bekommen, weil einer davon uns den Weg gezeigt hat. Thommy gibt ihm das Geld und wir klopfen nervös an der Hoteltür, bis uns endlich jemand reinlässt. Tür zu und durchatmen, angekommen! Ich muss gestehen, dass ich lange nicht mehr so eine Angst verspürt habe.

Angekommen im Riad.

Im Riad begrüßt uns eine nette Dame mit französischen Dialekt. Wir packen unsere Koffer in die Ecke und schauen uns um. Das Riad ist wirklich schön. Sowas hatte ich bis dato noch gar nicht gesehen. Alles andere als luxuriös, aber das wollten wir auch gar nicht. Das entspricht genau unserem Geschmack. Alles bestens.Wir hauen uns erstmal kurz hin, um die ersten „Eindrücke“ hinter uns zu lassen. Die Situation gerade eben war bestimmt nur eine Ausnahme…. :-)

 

Nach einer Stunde Wachschlaf grummelt der Magen und die trockene Kehle macht sich bemerkbar. Jetzt erstmal ein Bierchen und ne Schweinshaxe!

Wir haben schon im Voraus gehen, dass es nur sehr wenige Orte gibt, an denen Alkohol ausgeschenkt wird, wobei das Wort schenken hier eher ironisch gemeint ist, da es meist das komplette Gegenteil ist und ein Bier bis zu 8 € kosten kann. Das mit der Schweinshaxe war nur ein Scherz. Natürlich gibt es in Marrakech kein Schweinefleisch, was für mich als Vegetarier auch kein Problem darstellt. Das ist die Kultur und deshalb auch vollkommen in Ordnung.

Wir erkunden die Gegend. Erste Gehversuche!

Also machen wir uns auf den Weg, um erstmals die Gegend zu erkunden. Thommy hat nun via APP eine Nadel gesetzt, zu der wir in jedem Fall wieder zurückfinden und keinen „Reiseführer“ mehr brauchen. Wir schlendern durch die ersten Straßen und es dauert keine 2 Minuten bis der nächste „Reiseführer“ seine Dienste anbietet. Wir haben dazu gelernt und lehnen seine Hilfe direkt freundlich ab. Doch weiterhin bleibt er dicht an unserer Seite und kündigt nach weiteren gelaufenen Metern an, dass er Zigaretten haben will. Ich schaue in meine Tasche und hole 2 Marlboro Menthol für ihn heraus. Er wedelt daraufhin hektisch mit der Hand und verlangt nach „normalen“ Zigaretten. Der Frust macht sich in mir breit und genervt, winke auch ich ab. Er ruft uns noch ein paar arabische Worte hinterher, die bestimmt nur sowas wie „ Ich habe euch lieb, meine Freunde“ bedeuten. :-)

 

Unsere Kameras liegen zwar in unserer Händen, doch Thommy und ich sind weiterhin sehr eingeschüchtert von den Blicken, die man uns zuwirft, während wir in Richtung Restaurant gehen. Wir fragen uns beide was hier los ist und was wir ausstrahlen, dass es derart negative Schwingungen gibt. Sind es die Tattoos an meinem Arm, oder weil wir hier Ausländer sind. Ich werde wie am Fließband auf meine Tattoos und meinen langen Bart angesprochen. Die Einheimischen greifen mir im 2 Minuten Rhythmus an die Arme und nennen mich Ali Baba. Ich finde das jetzt noch lustig, aber nach weiteren Tagen und hunderten Versuchen, mich zum Kauf irgendwelcher Waren zu nötigen, sollte das Thema nicht mehr amüsant sein. 

Erstmal was essen und Ruhe bewahren.

Wir essen schnell eine Tajine, ein marokkanisch, gewürzter Eintopf, den es mit oder ohne Fleisch gibt. Wir spülen den Tag mit einem Wasser runter, dass wir auf dem Rückweg an einem Kiosk gekauft haben.

 

Thommy und ich legen uns noch einen Plan für den morgigen Tag bereit. Es geht in die SOUKS, den verwinkelten Gassen, dem Labyrinth der Altstadt. Das wird der Burner!!! Wir können vor lauter Vorfreude kaum schlafen. Vielleicht liegt das aber auch am Schreien eines Mannes, der Vor unserer Hoteltür, um 3.00 Uhr in der Nacht, die aller neusten Marrakech News heraus brüllt. Lustiger Typ :-)

 

Der nächste Morgen.

Am nächsten Morgen geht es dann mit neuer Energie los! Das wird unser Tag!

Wir packen unsere kleinen Systemkameras ein und machen uns auf den Weg Richtung Altstadt. Auf halbem Weg kommt uns der „Reiseführer“ entgegen. Er fragt uns, ob wir wissen wo es lang geht und ob er uns helfen soll. Wir lachen innerlich laut und gegen mit einem Lächeln auf den Lippen weiter. Auf dem Weg sehen wir hunderte Stände mit Früchten, Fisch, Backwaren und Zigaretten. Die Taxen sind hier von der Sonne so ausgeblichen, dass die einst gelbe Farbe in einen Weiß bis Beige Ton gewechselt ist. Wir kommen am Jemaa el-Fnaa an, dem berühmten BIG SQUARE. Dem Platz, wo sich Schlangenbeschwörer und Gaukler guten Tag sagen. Viel Mythen reißen sich um diesen Platz. Je später der Abend, desto mehr ist hier los.

 

Bevor wir die Gassen raufgehen genehmigen wir uns einen unfassbar leckeren Orangensaft, der alle 5 Meter zu kaufen ist. Es ist fast nicht möglich an einem O - Saft Stand vorbei zu kommen. Wenn du keinen kaufst wird er dir zum probieren hinterher geschmissen :-)

Auf in die SOUKS - This way closed!

Vorbei am Big Square schleppen wir unsere sonnenverbrannten Kadaver in die 
Souks. Stellt euch vor ihr seit in einem Spinnennetz unterwegs, so oder so ähnlich fühlt es sich an. Nicht zuletzt fühlen wir uns wie die kleinen Fliegen, die sich im Netzt verfangen haben und jeden Moment aufgefressen werden. 

 

Die Atmosphäre ist teilweise atemberaubend, was ausnahmsweise nicht am Smog liegt, der in der Luft liegt. Die Farben, die ich hier sehe, habe ich so noch nie 
wahrgenommen. Unfassbar was für ein Licht! Was für Möglichkeiten. Wie fast jeder Tourist, fotografieren auch Thommy und ich die Umgebung. Diese Farbenpracht müssen wir natürlich auf Bild festhalten. Vor einer Wand mit bunten Tüchern liegt eine Katze, die sich sonnt. Was für eine schöne Szene. Ich mache ein Bild und spüre Sekunden danach einen heftigen Ton an meinem Ohr. DONT TAKE PICTURE!! 

Schöne Farben - wenig Chancen.
Ein netter Herr schreit mir freundlich entgegen, dass ich kein Bild machen soll. Was ist denn hier los, denke ich mir und bin fassungslos. Diese aggressive Art schüchtert mich ein und ich bin gehemmt weitere Bilder zu machen. Ab diesem Zeitpunkt mache ich nur noch Bilder aus der Hüfte, ohne die Kamera anzuheben. Selbst diese "Technik" sollte noch einige Aggressionen auf uns ziehen.


Wir gehen in eine andere Richtung, die uns voller Hoffnung, bessere Möglichkeiten bietet. Gerade losgegangen stellt sich ein weiterer netter Herr vor Thommy und sagt: "This Way closed, Big Square this Way!" 


Um das hier nochmal zu übersetzten und zu verdeutlichen. Der Mann versperrt uns den Durchgang auf einer öffentlichen Straße und nötigt uns dazu in eine andere Richtung zu gehen, weil er unsere Visagen wohl nicht leiden kann. Was hier wie ein schlechter Witz klingt, ist genauso passiert und zwar ALLE  3-4 MINUTEN mit einer anderen männlichen Person! Vielleicht könnt ihr euch nun einigermaßen vorstellen, wie erniedrigend sich das für uns angefühlt hat.

 

WICHTIG! WICHTIG! WICHTIG!

Mir ist es an dieser Stelle NOCHMALS sehr wichtig, dass ihr Leser versteht, dass die geschilderten Ereignisse nicht der Allgemeinheit entsprechen müssen. Gerade in der heutigen Zeit ist es mir bewusst, dass man nicht ein einziges kritisches Wort sagen darf, ohne gleich abgestempelt zu werden. Ich habe in Marrakech genügend Touristen gesehen, die bestimmt eine gute Zeit gehabt haben und komplett in Ruhe gelassen wurden. Also bevor mir irgendjemand was gegen den Kopf knallt. Ihr dürft sehr gerne diesen Blog verlassen, wenn euch die faktischen Erfahrungen meinerseits zu..... ja was auch immer sind.  

 

Geknickt und müde
Thommy und ich sind aufgrund der vielen negativen Ereignisse müde und gebrochen. Wir haben nicht im Traum daran gedacht, dass uns so viel Negatives entgegengebracht wird. Wir können uns nicht frei bewegen, nur sehr selten Fotos machen und uns wird ständig der Weg versperrt. Wir sind bemüht steht freundlich zu antworten, wenn wir etwas nicht wollen, was für noch mehr Aggression sorgt. Die Worte wie Fuck Face oder Fashion Disaster sind da noch die schönsten. Wir machen uns auf den Weg in ein anderes Viertel, wo es eine der seltenen Bars gibt, in der wir ein Bier trinken können. Mit dem Taxi geht es relativ günstig von A nach B zu kommen. Das wir als Touristen durchschnittlich 80 Prozent mehr gezahlt haben, erfuhren wir erst an unserem letzten Tag von zwei deutschen Marokkanern, die dort mit uns gesprochen haben. Coole Jungs, die sichtlich amüsiert darüber waren, dass man uns abgezockt hat. Hätten wir die mal früher getroffen :-)

 
Erstmal ein Bier.

Angekommen in der Bar gönnen wir uns ein Bier. Die Aussicht ist wirklich atemberaubend schön. Was für eine tolle Stadt! Was für ein Potential! Die Angestellten sind freundlich und bemüht. Wir genießen jeden Schluck und schöpfen Energie für die nächsten Stunden und den nächsten Tag. Wir machen uns auf den Rückweg zum Riad und genehmigen uns noch einen Pfefferminztee in der Nähe unserer Hood. Sowas leckeres habe ich wohl noch nie getrunken!

 

Der letzte Tag - alles beim alten
Heute wollen wir zuerst das modernere Viertel von Marrakech sehen. Dort befinden sich auch die meisten Hotels für Gäste, die es luxuriös und abgeschieden mögen. Viele dieser Anlagen bieten einen hochwertigen Komfort und lassen keine Wünsche mehr übrig. Für uns als Streetfotografen sieht hier alles ziemlich normal aus. Wir können hier etwas befreiter fotografieren, was eine willkommen Abwechslung zu den letzten Tagen ist. Dennoch sind wir daran interessiert, die authentischen Viertel zu zeigen. Entgegen all unserer bisher gesammelten Erfahrungen, geben wir uns die Chance es nochmals in den Souks zu probieren. 

Wir gehen zu Fuß in Richtung Jemaa el-Fnaa. Wir haben von alten Gerbereien gehört, die wir sehr gerne noch sehen wollten, bevor wir letztendlich zurückreisen. Vielleicht sind Thommy und ich zu blauäugig an die Sache drangegangen. Denn im Nachhinein haben wir viele Berichte darüber gelesen, dass es in diesem Viertel recht gefährlich ist und man sich das lieber ersparen sollte. Unvoreingenommen und gutgläubig wie wir sind, gehen wir in Richtung Gerbereien. Der Geruch ist so heftig, dass meine Nasenhaare die Flucht ergreifen wollen. Alles halb so wild. Wie sollen Gerbereien auch anders riechen. Wir können von einer bestimmten Position einen kleinen Blick auf eine Gerberei werfen. Gerade als ich die Kamera hochnehme kommt was? Na ihr wisst schon. Nur das es diesmal eine ganze Gang ist, die auf uns zukommt. Laut pöbelnd und angriffslustig. Ich schaue Thommy an und sage: Entweder wir gehen jetzt oder ich weis nicht ob wir heile nach Hause kommen!

 

Ab nach Hause
Wir haben genug gesehen und erlebt. Am nächsten Tag packen wir unsere Sachen und gehen in Richtung Treffpunkt. Diese Straße sollte als Abholungsort für uns dienen. Der Fahrer einer Reiseangentur, sollte hier auf uns warten und zum Flughafen bringen. Wäre doch gelacht, wenn dieser nicht kommen würde...........er kommt nicht und wir nehmen schnell ein Taxi, um unseren Flug nicht zu verpassen. Von der Wüste in die Heimat. Bald sind wir wieder da. Auch einem recht kurzen Flug steigen wir aus dem Flugzeug. Es ist kalt, es schneit sogar. Ryanair war zudem so freundlich die Passagiere über 40 Minuten draußen in der Kälte warten zu lassen, bevor es zu den Gepäckstücken ging. Ich bin trotzdem froh wieder hier zu sein. Nach 4 Tagen sehe ich endlich wieder Menschen, die mir ein aufrichtiges Lächeln entgegen bringen. Das hatte ich am meisten vermisst.

 

Ein paar Schlussworte - Alles ist bestens!

Niemand sollte sich von diesem Reisebericht abgeschreckt fühlen, diese wundervolle Stadt zu bereisen. Mein Aussehen, meine Art und Weise oder was auch immer, hat viele der dort lebenden Menschen dazu veranlasst, mich und Thommy, negativ und herablassend zu behandeln.

 

Mir ist bewusst, dass die dort lebenden Menschen sicherlich genervt davon sind, wenn Touristen mit ihren Kameras die Erinnerungen festhalten wollen. Wahrscheinlich würde es mir ähnlich ergehen, wenn ich den ganzen Tag fotografiert würde. Ob es sich allerdings positiv auf den Verkauf von heimischen Waren und Produkten auslegt, indem man Touristen nötigt und beschimpft, sei komplett dahin gestellt. Immerhin sind es diese Menschen, die dort das nötige Geld hinterlassen wollen und dabei helfen die Armut vieler Einheimischen einzudämmen.

 

Wenn ihr nicht Christopher Reuter seit, nicht so sprecht und nicht so ausseht wie ich, dann habt ihr dort bestimmt eine wundervolle Zeit. Schnappt euch einen Reiseführer, der euch durch die Souks führt und nehmt euch ein schönes Hotel. Genießt das Wetter und die Farben. Denn ich bin fest davon überzeugt das Marrakech ein Traum von 1000 und einer Nacht sein kann, auch wenn es für uns ein Albtraum von 3 Nächten war. 

 

Bis zum nächsten Abenteuer.

 

Der Christopher

 

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