Ist Porto der Traum eines Fotografen?

May 12, 2017

Die Wärme der Sonne, bunte Häuser, nette Menschen, gutes Essen und noch bessere Fotos! Davon habe ich noch vor kurzem geträumt und dann bin ich in Porto aufgewacht! Ja genau, Träume können wahr werden. Manchmal muss man sich dafür nur für 2,5 Stunden in einen engen, stinkenden Ryan Air Flieger setzen! Was Porto zu einer absoluten Traumstadt macht?

Lest JETZT mehr dazu in meinem Blog und lasst euch von den visuellen Eindrücken begleiten.

 

 

Alle Jahre wieder...

kommt nicht etwa das Christkind, sondern der dicke Onkel setzt sich gemeinsam mit Kollegen Gohr ins Flugzeug und bereist eine neue Stadt, weit weg von "good old Kölle."

Nach unserem letzten Trip in Mailand/Genua waren wir verwöhnt und konnten uns lange nicht entscheiden, wo es hingehen soll. Es gab einen Punkt, bei dem wir uns allerdings einig waren. Wir wollen Sonne! Da wir diese in Deutschland anscheinend nur noch gegen Schwarzgeld bekommen, ging es dieses Jahr in ein Land, was wir schonmal bereist und durchweg positive Eindrücke gesammelt haben. Richtig! Nach PORTUGAL!

 

Um genauer zu sein nach Porto, der Stadt des bekannten, öligen Portweins, den man dort an fast jedem Gullydeckel bestellen kann. Spaß beiseite! Das Zeug ist ein Hochgenuss. Gleich 4 Flaschen haben es in meinem Koffer nach Deutschland geschafft.

 

Mein Fotoequipment - Ich packe meinen Koffer!

Vor der Abreise musste ich selbstverständlich meine Koffer inklusive Fotoequipment packen.

Gut das ich mir noch kürzlich einen neuen Fotokoffer gekauft hatte, der Handgepäck Größe hat.

Ryan Air freut sich über jeden Zentimeter zu viel, wenn ihr versteht was ich meine.

 

Mit dabei ist meine kleine weiße, die Sony Alpha 6000. An dieser Stelle sei gesagt, dass ich bis heute von keiner Marke gesponsert werde und es auch andere Kameras und Linsen tun. Ihr wisst ja " der Mensch HINTER der Kamera macht das Bild." Neben der Alpha ist meine Vollformat Kamera dabei, die ich schon seit langem nicht mehr für Streetfotografie genutzt habe. Die Canon 6D ist wuchtig, schwer und auffällig. Es sollte sich jedoch herausstellen, dass gerade die Canon mein ständiger Begleiter in Porto sein wird. Juhuuuuu!!!

 

Für die Sony und die Canon ist jeweils das Sigma 35mm dabei. Was soll ich sagen? 35mm ist absolut meine Brennweite und ich besitze keine Zoomobjektive mehr. Warum das so ist, kann ich euch auch kurz verraten. Ich habe mit den Jahren festgestellt, was zu mir passt und was wiederum nicht passt. Diese Erfahrung ist von einigen Fehleinkäufen begleitet. Ich denke, dass es wohl ein Prozess ist, den jeder Fotograf einmal mitmachen muss, um herauszufinden welches Equipment zu einem selbst passt.

 

In meinem Fall als Streetfotograf, bin ich sehr viel zu Fuß unterwegs und möchte nicht außerhalb, sondern eher inmitten einer Situation fotografieren. Die Nähe zum Objekt kommt auf den Bildern einfach gut rüber, wenn man dicht dran ist.

 

 

 

Ankunft in Porto

Nach einem verspäteten Flug vom Dortmunder Flughafen, kommen wir nach 2,5 Stunden Flugzeit in Porto an. Inzwischen war es schon lange dunkel und die Stadt in Nebel gehüllt. Etwas erschöpft fragen wir die nette Dame eines Kiosks, ob sie sich mit den Taxipreisen auskennt. Sie winkt schnell ab und rät uns dazu, bei UBER anzurufen. Eine gute Idee, denn wie sich herausstellt, zahlen wir dort nur ein drittel des Preises, was der Taxifahrer haben will. Auf gehts zu unserer AIR BNB Wohnung von Miss Oriana, die uns im Halbschlaf an der Tür Begrüßt und uns mit letzter Kraft die Wohnungsschlüssel übergibt, bevor sie wieder in ihr Bett fällt. Eine coole Socke diese Oriana. ;-)

 

Am nächsten Tag geht es dann endlich los! Vor lauter Aufregung, hatte ich die ganze Nacht eher schlecht geschlafen. Habt ihr schonmal gesehen, wie sich eine Robbe im Sand wälzt? So war meine Nacht. Der schlechte Schlaf war dennoch kaum zu spüren, als wir die ersten Schritte vor die Tür gingen und uns der blaue Himmel anlachte. Shit das wird richtig knorke!

 

Hier geht was!

Vollgepackt mit allen Kameras und Linsen machen wir uns wie bei jeder Städtereise zu Fuß auf, in Richtung Stadtkern. Unsere Unterkunft ist etwa 45 Minuten Fußweg von der City entfernt. Diesen Weg sollten wir in den nächsten Tagen noch öfter zurücklegen. Da ich in letzter Zeit zu viel gegessen hatte, kam mir das eigentlich nur entgegen. Der Ranzen muss weg!

 

Auf unserem Weg mussten wir uns selbstverständlich noch schnell ein paar lokale Spezialitäten vom Bäcker holen. Seit Monaten hatte ich mich auf die unfassbar leckeren "Pastel de Nata" gefreut. Endlich sind wir wieder eins! Wirklich gesund ist das portugiesische Frühstück nicht, da es fast ausschließlich aus süßem Gebäck und Weizenprodukten besteht. Bei einer Städtereise kann man ja mal ne Ausnahme machen.

 

 

 

Wir laufen in Richtung Altstadt und sind fasziniert von dem Charme der Gebäude und der Menschen die uns begegnen. Die Häuser, wie sie hier stehen und teilweise noch belebt sind, würden in Deutschland nach wenigen Wochen abgerissen oder renoviert. Aber gerade das macht diese Stadt zu dem was sie ist. Alles andere als langweilig! Ecken und Kanten, so lieben wir es und unsere Kamera noch mehr. Tolle Farben und Graffiti Kunst an jeder Ecke, soweit das Auge reicht. Der Geruch von frisch gebratenem Fisch und Gebäcken zieht an uns vorbei, wenn wir durch die verwinkelten, engen Gassen gehen. 

 

 

 

 

Wie in jeder Stadt, gibt es auch hier einige Katzen und Hunde, die frei herumlaufen. Tiere ziehen mich genau wie ältere Menschen magisch an. In ihren Augen sehe ich was besonderes und es umgibt mich häufig eine gute Energie, wenn ich Fotos schieße. Auch in Porto habe ich einige Tiere vor der Linse, die mich begleiten. Einfach schön! Der Vibe stimmt, hier geht was!

 

 

 

Unterwegs im Touri Bus 

Porto ist ähnlich wie Lissabon eine auf und ab Story. Hier geht es steil bergauf und wieder runter. Was Anfangs noch ok ist, kann nach vielen Kilometern in die Waden und Knie gehen.

Wir waren davon ausgegangen, dass die Stadt recht klein ist, was von der Einwohnerzahl her auch stimmt. Wenn man jedoch zum ersten Mal in einer fremden Stadt ist und sich nicht auskennt, kommt einem alles, wie in unserem Fall, sehr groß vor. Somit setzten wir uns in den Sightseeing Bus und erkunden das Grobe vom Dach des Doppeldeckers aus. Unsere Waden bedanken sich und der Geldbeutel weint 15 €.  :-)

 

Vom Bus aus können wir sehen, wo wir unbedingt sein möchten und wo nicht. Ein absoluter Vorteil, der uns einige Stunden Erkundung zu Fuß erspart. Wir fahren von der Altstadt aus über die berühmten Brücken Portos und bekommen einen tollen Ausblick auf die gesamte Stadt. Nach ca 50 Minuten ist die Rundfahrt beendet und der Magen knurrt. Wir wollen essen!

 

 

 

Wenn es in Portugal eine Sache alle 10 Meter gibt, dann ist es Essen. Klingt gut, ist aber nicht so. Ich für meinen Teil bin mit der großen Auswahl leicht überfordert. Eine Sache ist zudem klar. Es gibt Essen für Touristen und es gibt Essen für Einheimische. Wir laufen daher zig Kilometer ab, um das passende und authentische Essen zu finden. Schließlich finden wir ein kleines Restaurant in einer verwinkelten Gasse, was unseren Magen sehr erfreut.

 

Nachdem wir einige Tintenfischarme verleibt haben, treten wir den Rückweg zur Wohnung an. Heute Abend wollen wir schauen, was das Nachtleben Portos zu bieten hat. Ausruhen ist angesagt!

 

 

The Galerias de Paris Street 

Nachdem wir uns kurz ausgeruht haben, wollen wir das Nachtleben in Porto erkunden. Doch wo sollen wir da anfangen. Ein Taxi, was ganz in der Nähe steht, soll uns den Weg zur Party zeigen.

Der Fahrer spricht mit einem gebrochenen Englisch und verrät uns, wo gerade die Party abgeht. Wir verstehen nicht viel, wissen aber das er uns an den richtigen Ort bringt. Die Menschen hier sind einfach mega freundlich und zuvorkommend, im Gegensatz zu manch anderen Ländern und Städten. :-)

 

Er fährt uns zur Galerias de Paris Straße und wir sehen das uns wohl bekannte Bild, was wir auch schon in Lissabon gesehen hatten. Viele Menschen, die auf offener Straße, miteinander feiern und Spaß haben. Ich glaube hier sind wir richtig!

 

Die Preise der Getränke sind sehr günstig. Für ein kühles SUPERBOCK Bier zahlen wir gerade mal 1 € und selbst die härteren Getränke liegen zwischen 3 und 4 €. Wenn ich euch sage, dass die Portugiesen nicht am Alkohol sparen, dann könnt ihr mir das jetzt glauben. Von der Menge Wodka, die in einem Becher landet, könnte ich 4 Tage betrunken sein und nur noch Sterne sehen! Gut das wir an diesem Tag " nur " ein paar Bierchen trinken, um am nächsten Tag wieder fit zu sein. 

 

Tag 2 - Streetfotografie Modus

Noch leicht berauscht vom Vorabend, treten wir zum 2. Tag an. Der erste Tag war für uns dem "Kennenlernen" gewidmet, doch heute wollen wir ein paar Volltreffer landen. Ich bin bereit und stehe auf Streetfotografie Modus. Auf die schmerzenden Waden.....fertig.....los!